Berufsunfähigkeits­versicherung für Medizinstudenten

Warum frühe Absicherung im Studium entscheidend ist – und welche Vorteile sie für deinen Start ins Berufsleben bringt.

Viele Medizinstudenten schieben das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung auf die lange Bank – bis es zu spät ist. Dabei gilt: Je früher du dich absicherst, desto günstiger und umfassender ist dein Schutz. Wir erklären, welche Leistungen sinnvoll sind, welche Kosten realistisch sind und wie du eine Berufsunfähigkeitsversicherung findest, die zu deinem künftigen Berufsweg als Ärztin oder Arzt passt.

Illustration: Medizinstudent informiert sich über Berufsunfähigkeitsversicherung

Inhaltsverzeichnis

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Das Wichtigste auf einen Blick

Warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung schon als Medizinstudent sinnvoll ist

Einen wichtigen Punkt möchte ich gleich vorwegnehmen: Je früher du dich um eine Berufsunfähigkeitsversicherung kümmerst, desto besser. Die Gründe sind vielfältig und überzeugend.

Du profitierst von deiner aktuellen Gesundheit, bekommst günstigere Konditionen und sicherst dir Optionen für später – wenn Arbeitsalltag, Facharztausbildung anstehen und Verantwortung zunimmt.

  • Günstiger Einstieg: Beiträge fallen im Studium oft deutlich niedriger aus als nach dem Berufseinstieg. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe: Du zahlst bereits früher im Leben Beiträge für ein Risiko, was tendenziell deutlich später eintritt. Medizinstundierende erhalten bei einigen Versicherungen eine günstigere Berufsgruppeneinstufung im Vergleich zum späteren Arztberuf.
  • Gesundheitszustand konservieren: Heute gute Angaben = später weniger Probleme bei Anpassungen. 
  • Nachversicherung ohne erneute Prüfung: Bei Ereignissen wie Berufsstart, Gehaltssprung oder Familiengründung kann die versicherte BU-Rente erhöht werden. Gute Anbieter bieten Kunden reichlich Möglichkeiten für eine spätere Erhöhung. Dabei ist vieles zu berücksichtigen. 
  • Reale Risiken im Studium: Unfälle, Infektionen oder psychische Belastungen können Ausbildung und Berufsweg beeinträchtigen.

Was wir oft hören zur BU für Medizinstudenten

Häufiges Argument, gegen die BU als Student: „Ich habe doch noch gar keinen Beruf, also kann ich auch nicht berufsunfähig werden!“ Aber du kannst studierunfähig werden und das Risiko besteht, dass du dein Studium lange Zeit unterbrechen oder gar vollständig aufgeben musst. Und auch dieser Fall sollte finanziell abgesichert sein. Natürlich benötigt es hierfür keine 3.000 € BU-Rente. Das ist auch gar nicht möglich, weil es für Studierende besondere Höchstgrenzen für die monatliche Absicherung gibt. Aber eine Grundsicherung solltest du auch als Student haben. 

Um noch etwas vorwegzunehmen: Die beste Medizinstudenten-BU gibt es nicht. Es gibt die mit höchster Wahrscheinlichkeit beste BU für dich und deinen Weg. 

Gründe, die für den Abschluss einer BU schon als Student sprechen:

Was gegen eine BU für Medizinstudenten sprechen kann

Ein wichtiges Argument gegen den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung als Medizinstudent ist eine aktuell „schlechte“ Gesundheitshistorie. Mit schlecht meinen wir Erkrankungen und Behandlungen, die zu erheblichen Risikoausschlüssen führen oder gar dazu, dass ein Vertragsabschluss durch die Versicherung abgelehnt werden würde. 

Es kann sogar so weit gehen, dass eine Ablehnung seitens der Versicherung in die Schufa der Versicherungswirtschaft (HIS – Hinweis Informationssystem) eingetragen wird und somit weitreichende Folgen für dich hat. 

Genau das verhindern wir, indem wir vorher klären, ob und wenn ja, wie ein BU-Versicherungsschutz zustande kommen kann. Dafür betreiben wir mit dir die Aufbereitung der Gesundheitshistorie und fragen anschließend anonym bei Versicherungen an. Das ist immer auch gleichzeitig der erste Schritt, wenn es darum geht, sich auf den Weg zu begeben, eine BU abzuschließen.

Woran erkennt man eine gute Beratung?

Daran, wie wichtig es einem BU-Berater/Verkäufer ist, deine Gesundheitshistorie genau zu beleuchten, kannst du erkennen, ob es um den schnellen Abschluss geht oder darum, dass ein bestmöglicher BU-Vertrag zustandekommt.

Es ist nämlich so: Versicherungsvermittler – unabhängig davon, ob unabhängige Versicherungsmakler (wir) oder gebundene Versicherungsvertreter (DÄF/DÄV) – werden bezahlt nach Abschluss einer Versicherung. Je schneller, desto wirtschaftlicher ist es.

Ich habe vor langer Zeit entschieden, dass es keine Kompromisse geben darf hinsichtlich der Frage, ob unsere Kunden durch fehlerhafte oder unvollständige Angaben zur Gesundheit ihren Versicherungsschutz gefährden. Lieber würde ich einer anderen sinngebenden beruflichen Tätigkeit nachgehen.

Wahr ist aber auch, dass wir alle für gute Arbeit auch gutes Geld verdienen müssen. Es würde auch niemand erwarten, ein nagelneues iPhone zum Preis eines Tastentelefons auf Kleinanzeigen zu bekommen. Neben der enorm wichtigen persönlichen Beratung gehen wir daher den Weg, unsere Kunden/Interessenten über hilfreiche Artikel zu allen relevanten Themen umfassend vorab und auch im Verlauf der Beratung zu informieren.

Wichtige Aspekte des Arztberufes in Bezug auf die BU

Hohe Investitionen in die Ausbildung

Die medizinische Ausbildung ist langwierig und kostenintensiv. Vom Studium über Praktika bis hin zu Facharztausbildungen investierst du viele Jahre deines Lebens und erhebliche finanzielle Mittel. Ein Verlust der Berufsfähigkeit würde diese Investitionen zunichte machen und könnte dich vor große finanzielle Herausforderungen stellen. Die Website futuredoctor geht von durchschnittlich 200.000 EUR Kosten für das Medizinstudium aus, wovon 64.000 EUR selbst getragen werden. Zum Artikel.

Als junger und gesunder Mensch hast du die Möglichkeit, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu relativ günstigen Konditionen abzuschließen. Je früher du dich absicherst, desto niedriger sind in der Regel die Beiträge. Zudem sind die Gesundheitsprüfungen in jungen Jahren oft weniger streng, was es einfacher macht, eine umfassende Absicherung zu erhalten.

Solltest du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sein, als Arzt zu arbeiten, würdest du ohne BU-Versicherung möglicherweise ohne Einkommen dastehen. Die BU-Rente aus dem Ärzteversorgungswerk reicht oft nicht aus, um den Lebensstandard zu halten, den du dir aufgebaut hast. Eine BU-Versicherung stellt sicher, dass du im Falle einer Berufsunfähigkeit eine monatliche Rente erhältst, die deinen Lebensunterhalt deckt und dir finanzielle Stabilität bietet.

Deine beruflichen Ziele und Pläne sind vermutlich eng mit deinem Medizinstudium verknüpft. Eine plötzliche Berufsunfähigkeit könnte deine gesamten Zukunftspläne zunichtemachen. Eine BU-Versicherung hilft dir, deine Träume und Ziele auch im Falle einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zu schützen und dir alternative Wege zu eröffnen.

Der Beruf des Arztes bringt spezifische Risiken mit sich, wie zum Beispiel hohe psychische und physische Belastungen, die das Risiko einer Berufsunfähigkeit erhöhen können. Die ständige Verantwortung für das Leben und Wohlbefinden anderer Menschen kann im Laufe der Zeit zu Burnout oder anderen gesundheitlichen Problemen führen. Eine BU-Versicherung bietet dir hier eine wichtige Sicherheitsnetz, falls du aufgrund solcher Belastungen nicht mehr arbeiten kannst.

Was kostet eine BU für Medizinstudenten

Die Beiträge hängen u. a. von Eintrittsalter, Gesundheitsangaben, gewünschter BU-Rente, Laufzeit (z. B. bis 67), Dynamik und Tarifdetails ab. Hier eine Orientierung mit tatsächlichen Berechnungen bis zum 67. Lebensjahr, noch ohne Leistungsdynamik und ohne AU-Klausel. Pro 1.000 EUR BU-Rente zahlen Medizinstudenten zwischen 25 und 40 EUR/Monat. 

BeispielBU-RenteOrientierung Beitrag
Studium, Alter 24, Nichtraucher1.500 €/Monat (max. Höhe bei vielen Anbietern)36,90 – ca. 60 €/Monat
Studium, Alter 24, Nichtraucher2.000 €/Monatca. 48,72 – ca. 70 €/Monat
Nach Berufseinstieg (höheres Risiko/Stress), 27, Ärztin/Arzt in der Weiterbildung

2.000 €/Monat

Empfehlung: ± 3.000 (aber) je nach Umständen

53,05 – ca. 90 €/Monat

(bei 3.000 € BU-Rente: ca. 80 – 135 €/Monat; operative Anteile bei ärztlicher Tätigkeit können Preise deutlicheerhöhen)

Hinweis: Von/bis-Preise der Qualitäts-Top-10 zur Einordnung. Dein konkreter Beitrag hängt von persönlichen Angaben und Tarifmerkmalen ab – wir prüfen das individuell.

Wichtige Einflussfaktoren

  • Gesundheitsangaben: Vorerkrankungen, Behandlungen, Medikamente – gleiche Vorerkrankungen sehen Versicherungen unterschiedlich. Einige Anbieter nehmen normal an, während andere einen Zuschlag oder Risikoausschluss verlangen – bei ein und derselben Erkrankung. Mehr dazu findest du unten bei Gesundheitsprüfung.
  • Freizeitrisiken/gefährliche Sportarten: Klettern, Tauchen, Reiten können, aber müssen nicht zu Preisaufschlägen führen – das hängt ganz davon ab, was du genau machst und von der Versicherung. Die Anbieter sehen auch hier grundsätzlich gleiche Risiken unterschiedlich.
  • Höhe & Dauer der BU-Rente: realistisch planen (z. B. 1.000–1.500 € im Studium, später anpassen)
  • Dynamik & Leistungsdynamik: Schutz mit dem Einkommen mitwachsen lassen
  • Berufsgruppe/Tätigkeit: später als Ärztin/Arzt ggf. anderes Risikoprofil

Hier kannst du einmal vergleichen, wie viel ein früherer BU-Abschluss ausmacht und wie hoch der Preisunterschied zwischen Assistenzarzt und Medizinstudent sein kann. 

Allianz Alte Leipziger  Baloise HDI Nürnberger
1.500 € BU-Rente ohne optionale Bausteine, Student Humanmedizin, 24 Jahre alt 64,42 €/Monat 66,00 €/Monat 49,71 €/Monat 48,72 €/Monat 57,35 €/Monat
1.500 € BU-Rente ohne optionale Bausteine, Student Humanmedizin, 34 Jahre alt 77,05 €/Monat 77,36 €/Monat 58,26 €/Monat 58,25 €/Monat 66,08 €/Monat
1.500 € BU-Rente ohne optionale Bausteine, Assistenzarzt/-ärztin, 34 Jahre alt 77,05 €/Monat 77,36 bis 101,83 €/Monat 59,28 €/Monat 61,56 €/Monat 74,45 €/Monat
monatliche Ersparnis 12,23 €/Monat 11,36 bis 35,83 €/Monat 8,55 oder 9,56 €/Monat 9,53 oder 12,84 €/Monat 8,73 oder 17,10 €/Monat

Hinweise: BU-Preise für Medizinstudenten und Assistenzärzte aus 10/2025. Bei Alte Leipziger gibt es bei Assistenzärzten große Preisunterschiede zwischen Assistenzärzten mit und ohne operative Tätigkeit. Der „bis-Preis“ ist bei mehr als 10 % operativer Tätigkeit. Bei 1–10 % liegt der Preis zwischen von/bis.

Die Gesundheitsprüfung

Ein zentraler Aspekt beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Gesundheitsprüfung bzw. Risikoprüfung. Versicherungsunternehmen führen bei der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung eine gründliche Gesundheitsprüfung durch. Du musst etliche Fragen zu deinem Gesundheitszustand machen – in der Regel rückwirkend für die letzten 5 Jahre bei ambulanten Behandlungen und bis zu 10 Jahre bei stationären Aufenthalten. In jungen Jahren und als Student bestehen in der Regel noch keine oder nur wenige gesundheitliche Beeinträchtigungen. Dies erleichtert den Abschluss der Versicherung erheblich.

Warum Abwarten ein großer Fehler sein kann

Stellen wir uns vor, du verzögerst den Abschluss der BU-Versicherung bis nach deinem Studium. Möglicherweise treten in dieser Zwischenzeit gesundheitliche Probleme auf, die das Risiko erhöhen und möglicherweise sogar zu einem Leistungsausschluss führen können. Das wäre vergleichbar damit, dass ein Patient erst dann zum Arzt geht, wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist – die Behandlung wird komplizierter und teurer. Für die BU kann das konkret bedeuten, dass du aufgrund deiner Vorerkrankung

  1. einen höheren Beitrag bezahlen musst als gesunde Kunden = Risikozuschlag
  2. eine Vorerkrankung vom Versicherungsschutz ausgeschlossen bleibt = Leistungsausschluss
  3. keine BU abschließen kannst = Ablehnung

Da das Medizinstudium mit einer besonders hohen Belastung (hohe Durchfallquoten, viele Prüfungsleistungen in kurzem Zeitraum, etc.) einhergeht, ist auch eine überdurchschnittlich hohe Quote an psychischen Vorerkrankungen bei Studierenden und Ärzten zu beobachten. Klassische Diagnosen wie Anpassungsstörungen, Angststörungen, Essstörungen und akute Belastungsreaktionen sind keine Seltenheit, stellen aber eine besondere Hürde beim Abschluss einer BU für Medizinstudenten dar.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Abschluss?

Ideal ist: während des Studiums. Du profitierst von günstigeren Beiträgen und sicherst dir Nachversicherungen für den Einstieg als Ärztin/Arzt – oft ohne erneute Gesundheitsprüfung bei definierten Ereignissen.

  • Nachversicherungsgarantie: Erhöhung der BU-Rente z. B. bei Approbation, Facharztausbildung, Heirat, Geburt, Gehaltssprung.
  • Flexibel bleiben: Erst studiengerechte BU-Rente wählen, später an das Einstiegsgehalt anpassen.
  • Frühstarter-Vorteil: Langfristig planbare Beiträge, weniger Risiko von Ausschlüssen.

Worauf solltest du bei der BU achten?

  • Verzicht auf abstrakte Verweisung: Leistung nach deinem zuletzt ausgeübten Beruf (Studium/ärztliche Tätigkeit), nicht irgendeine andere Tätigkeit.
  • Prognosezeitraum 6 Monate: Übliche und faire Leistungsdefinition.
  • Rückwirkende Leistung ab Beginn der BU (nach Anerkennung).
  • Infektionsklausel: Absicherung bei behördlichem Tätigkeitsverbot (relevant für medizinische Berufe).
  • AU-Klausel (Krankentagegeld-Brücke): Zahlung bereits bei längerer Arbeitsunfähigkeit (optional, je nach Tarif).
  • Dynamik & Leistungsdynamik: Schützt Kaufkraft und passt die Rente an.
  • Nachversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung: klar definierte Ereignisse, ausreichend Erhöhungsrahmen.
  • Solider Versicherer & Bedingungen: keine „Sparversion“ – Bedingungen sind wichtiger als 2–3 € Beitragsdifferenz.

Beratung & Vergleich: So findest du die passende BU

Als unabhängiger Makler für Medizinstudierende vergleichen wir Tarife, prüfen Gesundheitsangaben diskret vorab („anonymisierte Risikovoranfrage“) und empfehlen dir eine Lösung, die heute passt – und morgen mitwächst.

Kostenlose Ersteinschätzung: Wir klären, welche BU-Rente sinnvoll ist, welche Dynamik passt und welche Nachversicherung du brauchst – inkl. Fahrplan vom Studium in den Arztberuf.

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Beratung bei möglichen Hürden für deine Arzt-BU

Wenn du dir unsicher bist, ob es größere Hürden in deiner Gesundheitshistorie gibt, die den Abschluss einer Arzt-BU erschweren oder gar unmöglich machen könnten, lasse dich beraten. Insbesondere für Ärzte gibt es von einigen Versicherern Sonderkonzepte mit vereinfachten Gesundheitsfragen. 

Wir unterstützen dich gerne bei der Aufarbeitung deiner Gesundheitsgeschichte.

Das Eintrittsalter und die Beiträge

Der Beitragssatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung hängt maßgeblich von deinem Alter und deinem Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ab. Als junger und im Regelfall gesunder Medizinstudent profitierst du von geringeren Beiträgen. Das liegt daran, dass das Risiko, berufsunfähig zu werden, in jungen Jahren relativ gering ist. Diese niedrigeren Beiträge bleiben dir in der Regel auch für die gesamte Laufzeit der Versicherung erhalten.

Vergleiche es mit der Prävention von Krankheiten: So wie du präventiv Maßnahmen wie Impfungen oder gesunde Ernährung ergreifst, um Krankheiten vorzubeugen, schützt du dich durch eine frühzeitige Berufsunfähigkeitsversicherung vor den finanziellen Folgen eines möglichen späteren Arbeitsausfalls.

Aufgrund der genannten Hürden im Ruhegeld der ärztlichen Versorgungswerke ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte unverzichtbar. Frühzeitig abgeschlossen sind die monatlichen Beiträge niedriger, da sie vom Eintrittsalter und Gesundheitszustand abhängen. Bestehende Erkrankungen können zu Beitragszuschlägen oder sogar Leistungsausschlüssen führen. Im schlimmsten Fall kann der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung vom Versicherer abgelehnt werden.

Alte Leipziger Baloise HDI Nürnberger
1.500 € BU-Rente ohne optionale Bausteine, Student Humanmedizin, 23 Jahre alt 53,15 € 43,48 € 47,18 € 42,09 €
1.500 € BU-Rente ohne optionale Bausteine, Student Humanmedizin, 33 Jahre alt 60,59 € 50,53 € 57,92 € 47,96 €
monatliche Ersparnis 7,44 € 8,05 € 10,74 € 5,87 €

Keine Unterscheidung im Fachgebiet

Wenn du deine BU als Student abschließt, bleibt dir diese Berufsgruppenzuordnung in der Regel für die gesamte Vertragslaufzeit erhalten. Das heißt, deine monatlichen Beiträge werden immer anhand der Berufsgruppe Student Humanmedizin berechnet, auch für Nachversicherungen. Versichert bist du aber mit dem, was du zuletzt in gesunden Tagen beruflich gemacht hast.  Die Berufsgruppe Medizinstudent ist bei einigen BU Anbietern mit günstigeren Beiträgen verbunden. Die gleiche BU-Rente ist also als Arzt teurer im Vergleich zu Medizinstudenten-Beiträgen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Versicherungsgesellschaft bereits ab der ärztlichen Weiterbildung nach operativer und nicht operativer Tätigkeit unterscheidet. Ein Beispiel hierfür ist die Alte Leipziger. Hier gibt es drei Berufsgruppen für Assistenzärzte: ohne operative Tätigkeit, mit max. 10 % operativer Tätigkeit und mit mehr 10 % operativer Tätigkeit.  Im folgenden Beispiel haben wir eine 26-jährige Medizinstudentin, die gerade ihr 3. Stex erfolgreich überstanden hat und sich nun mit der BU-Versicherung abschließt. Noch ist sie immatrikuliert und hat noch keine Stelle als Assistenzärztin angetreten. Wie bekannt sein dürfte, sind neben der Chirurgie u.a. HNO, Gynäkologie, Augenheilkunde und Urologie operative Fächer. Ein Unterschied im Beitrag von bis zu 28 % für die nächsten Jahrzehnte ist gewiss Anlass genug, um darüber nachzudenken, noch vor Beginn der Assistenzarztzeit sich in der Berufsgruppe Medizinstudent zu versichern. Aber auch deutlich geringere Unterschiede bedeuten viele tausend Euro mögliche Ersparnis über die Laufzeit. Das investierst du dann doch lieber in dein ETF-Depot oder deine Altersvorsorge.
Medizinstudierende Assistenzarzt ohne operative Tätigkeit Assistenzarzt bis 10 % operative Tätigkeit Assistenzarzt mit mehr als 10 % operative Tätigkeit
72,79 EUR/Monat 72,79 EUR/Monat 80,29 EUR/Monat 93,30 EUR/Monat
+/- 0 % + 10,3 % + 28,2 %

Je höher der chirurgische Anteil ist, desto teurer wird der monatliche Beitrag. Angenommen, du entscheidest dich bereits als Student für eine BU bei der Alten Leipziger und machst später deinen Facharzt in der Gefäßchirurgie, profitierst du für die gesamte Vertragslaufzeit von der günstigeren Berufsgruppe Student Humanmedizin. Warum also warten?

Kein Verlass aufs Ärzteversorgungswerk

Sobald du in deine ärztliche Weiterbildung startest, wirst du Mitglied im Ärzteversorgungswerk. Du bist damit kein Pflichtmitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung mehr und hast keinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Allerdings gibt es auch beim Ärzteversorgungswerk eine Berufsunfähigkeitsabsicherung. Die Leistungen sind allerdings nicht ausreichend und bieten höchstens eine Basisabsicherung. Überdies sind die Hürden, eine BU-Rente vom Versorgungswerk zu erhalten, enorm hoch. 

Ein Anspruch auf die Berufsunfähigkeitsrente aus dem Versorgungswerk besteht in der Regel, wenn die berufliche Tätigkeit aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen nicht mehr ausgeübt werden kann – und zwar zu 100%. Du musst also deine ärztliche Tätigkeit komplett aufgeben, um einen Anspruch auf die BU-Rente vom Versorgungswerk zu haben. Eine private BU zahlt hingegen schon, wenn du deinen Beruf nur noch zu maximal 50 % ausüben kannst. 

Das Ärzteversorgungswerk (ÄVW) darf dich übrigens in jede andere ärztliche Tätigkeit verweisen. Wenn du z. B. aufgrund eines Bandscheibenschadens deine Tätigkeit in der Allgemeinchirurgie (vieles Stehen im OP) nicht fortführen kannst, dann musst du eine andere ärztliche Tätigkeit aufnehmen, die mit der vorhandenen Einschränkung noch möglich ist. Auch in der ärztlichen Niederlassung gibt es einen entscheidenden Haken an der BU aus dem Versorgungswerk. Das ÄVW kann verlangen, dass du deinen Praxisbetrieb umorganisierst (z. B. indem du einen zusätzlichen Arzt einstellst, der die Tätigkeiten übernimmt, die du selbst nicht mehr leisten kannst). Bei erfolgreicher Umorganisation hast du ebenfalls keinen Anspruch auf die BU-Rente. In der Regel liegen weder die Aufnahme einer anderen ärztlichen Tätigkeit noch die Umorganisation im Interesse unserer Kunden. 

Zusätzlich stellt sich das Problem der finanziellen Absicherung für Berufsstarter und junge Ärzte in Weiterbildung. Hier sind die Leistungen des Versorgungswerks oft besonders gering, da sie noch nicht lange genug eingezahlt haben. Denn, ähnlich wie in der gesetzlichen Rentenversicherung, steigt die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente mit der Anzahl der Jahre und damit der Höhe der Beiträge, die bereits ins Versorgungswerk eingezahlt wurden. 

Du siehst also, dass die Absicherung, die dir theoretisch aus dem Versorgungswerk zusteht, auch perspektivisch nicht ausreichen wird. Diese Lücke kannst du nur durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung schließen. Da du also früher oder später ohnehin auf die private BU setzen musst, kannst du es lieber früher als später angehen. 

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Wie hoch sollte meine BU als Student Humanmedizin sein?

Unsere allgemeine Empfehlung, was die Höhe der BU-Rente angeht, lautet: Sichere dein Nettoeinkommen ab. Wir halten für dich auch einen interessanten Artikel zum Arzt Gehalt für dich bereit. Da du als Student in der Regel noch kein regelmäßiges Einkommen hast, empfehlen wir dir, dich an den Höchstgrenzen der Versicherungen zu orientieren. Bei unseren Top-Anbietern kannst du zwischen 1.500 Euro und 2.000 Euro BU-Rente als Student versichern. Damit du im späteren Verlauf auch gute Erhöhungsmöglichkeiten hast, solltest du die BU auf keinen Fall zu niedrig ansetzen. Schließlich sollte das Ziel sein, zum Berufsstart ca. 3.000 Euro BU-Rente zu versichern. Damit das auch funktioniert, musst du ein gewisses Mindestmaß an Absicherung haben. 

Außerdem solltest du beachten, dass im Leistungsfall rund 20% deiner BU-Rente für Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abgezogen werden. Diese musst du künftig komplett selbst bezahlen, da dein Arbeitgeberanteil entfällt. 

Uns ist natürlich bewusst, dass eine entsprechend hohe BU-Rente auch mit Kosten einhergeht, die insbesondere als Student in vielen Fällen nur schwer tragbar sind. Sollte es für dich finanziell wirklich sehr knapp sein, dann solltest du aber dennoch lieber eine kleine BU abschließen, um zumindest schon mal deinen Gesundheitszustand gesichert zu haben. Viele Anbieter haben für den Berufsstart eine gesonderte Möglichkeit zur Nachversicherung, die es auch bei kleineren BU-Renten möglich macht, eine schnelle Erhöhung auf die gewünschte BU-Rentenhöhe vorzunehmen. Wichtig ist, dass du deine finanziellen Möglichkeiten im Beratungsverlauf offen kommunizierst. Wir wollen nämlich nicht, dass du dich beim Abschluss deiner BU unwohl fühlst, oder den Abschluss gar auf einen späteren Zeitpunkt verschiebst. Einige unserer studierenden Kunden erhalten übrigens Unterstützung der Eltern, die für solch elementare Ausgaben meist sehr gerne einen Zuschuss geben. 

Worauf sollte ich beim BU-Abschluss als Student achten?

  1. Die Beitragsdynamik ist ein wesentlicher Bestandteil einer BU und sollte in keinem Vertrag fehlen. Einfach gesagt, ermöglicht diese Dynamik eine regelmäßige Anpassung der Versicherungsbeiträge und der damit verbundenen Leistungen an die Inflationsrate und den gestiegenen Lebensstandard. Jahr für Jahr erhöhen sich deine Beiträge zur BU-Rente um einen vereinbarten Prozentsatz (i. d. R. 5%). Dafür bekommst du aber im Leistungsfall auch mehr BU-Rente ausgezahlt. Vorteil der Beitragsdynamik: Die Erhöhungen finden jedes Jahr voll automatisch und ohne Gesundheitsprüfung statt. Wenn du mal keine Erhöhung möchtest, kannst du der Dynamik widersprechen. 
  2. Die Leistungsdynamik ist ein weiterer wichtiger Bestandteil einer guten BU. Sie sorgt dafür, dass im Falle einer Berufsunfähigkeit die finanzielle Absicherung über die Jahre nicht an Kaufkraft verliert. Insbesondere bei längerer oder gar dauerhafter Berufsunfähigkeit spielt sie eine enorm wichtige Rolle. Jahr für Jahr steigt im Leistungsfall deine monatlich ausgezahlte Rente um den vereinbarten Prozentsatz an. So musst du dir auch nach 20 Jahren Berufsunfähigkeit keine Gedanken machen, ob das Geld durch die Inflation überhaupt noch zum Überleben reicht. Die Leistungsdynamik ist ein optionaler Baustein, der sich durch einen kleinen monatlichen Mehrbeitrag finanziert. 
  3. Gute Nachversicherungsgarantien sind für dich als angehender Arzt unerlässlich. Dein Einkommen wird sich mit Beginn deiner ärztlichen Tätigkeit mit jeder neuen Karrierestufe rasch nach oben entwickeln. Damit deine BU auch langfristig dein Nettoeinkommen absichert, benötigst du flexible Anpassungsmöglichkeiten der BU-Rente. Diese BU-Rentenerhöhungen werden über die sogenannten Nachversicherungsgarantien abgebildet und erlauben dir, deinen Vertrag zu bestimmten Ereignissen (z. B. Hochzeit, Geburt eines Kindes, Beendigung der Facharztausbildung, Niederlassung, …) zu erhöhen. In der Regel kannst du die BU-Rente auch einmalig anpassen, ohne dass es dafür einen bestimmten Grund bedarf. 
  4. Eine AU-Klausel ermöglicht es, bereits bei einer sechsmonatigen Arbeitsunfähigkeit Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch zu nehmen, ohne dass eine langfristige Berufsunfähigkeit nachgewiesen werden muss. Die AU-Klausel sorgt also dafür, dass finanzielle Unterstützung bereits in einer frühen Phase der gesundheitlichen Beeinträchtigung gewährleistet wird. Du erhältst eine Leistung in gleicher Höhe wie die BU-Rente, begrenzt auf einen Zeitraum von 18 bis 36 Monaten (je nach Anbieter). Wie die Leistungsdynamik ist auch die AU-Klausel ein optionaler Baustein, der sich durch einen kleinen monatlichen Mehrbeitrag finanziert. 
  5. Die Niederlassungsklausel sieht vor, dass ein Arzt bei Eintritt der Berufsunfähigkeit zunächst prüfen muss, ob er durch eine Umorganisation seiner Praxis weiterhin tätig sein kann, bevor er Leistungen aus der BU-Versicherung erhält. Die Umorganisation kann z. B. so aussehen, dass du von einer behandelnden Tätigkeit in eine rein beratende Tätigkeit wechselst und einen zusätzlichen Arzt einstellst, der die Behandlung und Untersuchung deiner Patienten übernimmt. Da Ärzte in den seltensten Fällen daran interessiert sind, nur noch “die Bürokraft” in der eigenen Praxis zu sein, empfehlen wir dir bei einem späteren Niederlassungswunsch auf einen Anbieter zu setzen, der einen generellen Verzicht auf Umorganisation in den Versicherungsbedingungen verankert hat. Auch wenn du heute noch nicht sicher bist, ob du dich später einmal niederlassen willst, setze lieber auf einen Vertrag mit Verzicht. Eine spätere Anpassung ist nämlich nicht mehr möglich, ohne einen komplett neuen Vertrag mit neuer Gesundheitsprüfung abzuschließen. 
  6. Teilzeitbeschäftigte haben in der Berufsunfähigkeit einen entscheidenden Nachteil gegenüber Vollzeitbeschäftigten. Zwar erhalten Sie nicht anteilig für ihre geleisteten Wochenstunden die BU-Rente gekürzt, allerdings kann die gleiche Erkrankung bei einer Vollzeitstelle einen BU-Leistungsanspruch auslösen, während bei einer Teilzeitbeschäftigung kein Leistungsanspruch besteht.

Szenario A

Frau Ärztin arbeitet in Vollzeit mit 42 Stunden. Durch einen Bandscheibenvorfall kann sie künftig nur noch 18 Stunden arbeiten. Damit kann sie weniger als 50% der vorherigen Wochenstunden arbeiten und hat somit einen Anspruch auf ihre BU-Rente.

Szenario B

Herr Arzt arbeitet in Teilzeit mit 30 Stunden. Auch er hatte einen Bandscheibenvorfall und kann künftig nur noch 18 Stunden arbeiten. Damit kann er mehr als 50% der vorherigen Wochenstunden arbeiten und hat keinen Anspruch auf die BU-Rente. 

(sehr vereinfachte Darstellung der Leistungsprüfung für das bessere Verständnis)

  1. Ein Verzicht auf abstrakte Verweisung sollte auf jeden Fall in deinem Vertrag enthalten sein. Andernfalls hat die Versicherungsgesellschaft – ähnlich wie das Ärzteversorgungswerk – das Recht, dich in eine andere Tätigkeit zu verweisen. Im schlechtesten Fall kannst du sogar in eine nicht-ärztliche Tätigkeit verwiesen werden. Du müsstest also einen anderen Beruf annehmen, mit dem du künftig deinen Lebensunterhalt sichern kannst. Immer mehr Anbieter verzichten bei Ärzten im Übrigen auch auf die konkrete Verweisung. Die konkrete Verweisung kann von der Versicherung dann durchgeführt werden, wenn du freiwillig einen anderen Job angenommen hast, z. B. um deine BU-Rente aufzustocken oder einfach, um eine Aufgabe zu haben. Die Gesellschaft kann dich dann auf diese konkret ausgeübte Tätigkeit verweisen und die Zahlung der BU-Rente einstellen. 
  2. Du planst, längere Zeit ins Ausland zu gehen oder eines Tages auszuwandern? Dann solltest du auf eine gute Auslandsregelung achten. Vorab sei gesagt, dass du bei unseren Topanbietern in jedem Fall weltweiten Versicherungsschutz genießt. Also auch bei einer dauerhaften Wohnsitzverlegung ins Ausland kannst du im Bedarfsfall deine BU-Rente aus Deutschland beziehen. Aber: Viele Anbieter verlangen, dass du für die Erstellung des medizinischen Gutachtens über deine Erkrankung nach Deutschland kommst. Diese Rückreisepflicht in der BU kann zum einen dazu führen, dass der Antragsprozess unnötigerweise in die Länge gezogen wird und du deine Leistung erst deutlich verspätet ausgezahlt bekommst. Schließlich ist je nach Ursache für deine Berufsunfähigkeit nicht sichergestellt, dass du einfach in das nächste Flugzeug steigen kannst. Nach einem schweren Verkehrsunfall bist du vielleicht längerfristig gar nicht reisetauglich und wenn doch, ist ein medizinischer Rücktransport notwendig. Die damit einhergehenden Kosten, die schnell im fünfstelligen Bereich liegen, trägst du größtenteils selbst. Eine Auslandsreisekrankenversicherung zahlt nur für einen “medizinisch sinnvollen, ärztlich angeordneten Rücktransport” (§ 5 1.b der Bedingungen der Hanse Merkur Reiseversicherung AG im Tarif RKJ). Die BU Versicherung übernimmt Kosten nur in geringem Umfang.
  3. Rente mit 70! Und jetzt? Dein BU-Vertrag endet im besten Fall mit dem 67 Lebensjahr – also mit dem aktuellen Renteneintrittsalter. So kannst du nahtlos in die Altersrente übergehen und musst dir keine Gedanken um die Finanzen machen. Was passiert nun aber, wenn das Ärzteversorgungswerk das Renteneintrittsalter nach oben setzt und du plötzlich 3 Jahre länger arbeiten sollst? Ein nahtloser Übergang in die Altersrente ist dann hinfällig. Eine Versorgungslücke von 3 Jahren entsteht, deren Überbrückung dich gerne mehrere hunderttausend Euro kosten kann. Hast du einen BU-Vertrag mit Verlängerungsoption, musst du dir um dieses Thema schon mal keine Sorgen machen. Dann hast du das Recht, deinen BU-Vertrag bis zum neuen Renteneintrittsalter zu verlängern – vorausgesetzt, du bist nicht bereits berufsunfähig geworden. 

Vielen jungen Medizinstudenten fällt es verständlicherweise schwer, sich jetzt schon Gedanken über die einzelnen Punkte zu machen. Will ich ins Ausland? Beabsichtige ich mich niederzulassen? Bekomme ich Kinder? Werde ich einmal in Teilzeit arbeiten? Unser Tipp: Wenn du dir auch nur ansatzweise vorstellen kannst, dass Szenario X später vielleicht eintreffen wird, achte schon jetzt auf die entsprechende Klausel in deinem Vertrag. Eine spätere Anpassung ist nicht mehr möglich. Lieber habe ich eine gute Klausel im Vertrag, die ich dann doch nicht brauche, als dass ich eine Klausel brauche, die ich nicht habe.

Bis zu welchem Alter sollte mein BU leisten?

Mindestens bis zum 67. Lebensjahr und am besten mit der Option auf mehr. Das Recht auf mehr besteht in einer sogenannten Verlängerungsoption. Solltest du eine kürzere Leistungsdauer vereinbart haben, kann es im Falle einer späten/dauerhaften BU dazu kommen, dass du zwischen dem Ende der BU-Renten-Zahlung und dem Beginn der Altersrentenzahlung eine Lücke von mehreren Jahren hast. Diese Zeit musst du dann finanziell aus eigenen Mitteln überbrücken. Da das Risiko, berufsunfähig zu werden, mit steigendem Alter höher wird, solltest du hier nicht am falschen Ende sparen und deinen BU-Schutz bis zum 67. Lebensjahr abschließen. Im Artikel BU bis zu welchem Alter? wird das Thema noch genauer behandelt.

Preisvergleich: Berufsunfähigkeitsversicherung für Medizinstudenten

Auch wenn das Geld bei Studenten in der Regel nicht so locker sitzt, sollte der Preis eine untergeordnete Rolle spielen. Wichtiger ist, dass du einen BU-Schutz bekommst, der auch langfristig zu deinen Wünschen und Zielen passt. Zudem gilt, dass wir uns erst deine Gesundheitshistorie genau anschauen müssen, bevor wir dir überhaupt eine verbindliche Aussage über die Kosten geben können. Damit du dennoch einen groben Überblick bekommst, mit welchen Kosten zu rechnen ist, haben wir ein paar Beispiele zusammengetragen (Stand 07/2024).
1.500 € ohne optionale Bausteine Alte Leipziger Baloise die Bayerische HDI Nürnberger
Bruttobeitrag 68,15 57,98 80,68 62,91 65,65
Zahlbeitrag 53,15 43,48 51,23 47,18 42,09
1.500 € mit 2% Leistungsdynamik, ohne AU Alte Leipziger Baloise die Bayerische HDI Nürnberger
Bruttobeitrag 80,15 69,90 96,32 72,38 78,82
Zahlbeitrag 62,51 52,42 61,16 54,28 50,52
1.500 € ohne Leistungsdynamik, mit AU Alte Leipziger Baloise die Bayerische HDI Nürnberger
Bruttobeitrag 70,53 61,91 90,02 67,19 70,70
Zahlbeitrag 55,01 46,43 57,16 50,39 45,32
(auch Nettobeitrag genannt) ist der Beitrag, der monatlich von deinem Konto abgebucht wird. Er ergibt sich aus dem Bruttobeitrag und der Verrechnung von Überschüssen. Der Bruttobeitrag (auch Tarifbeitrag genannt) ist der Beitrag, bis zu dem der Zahlbeitrag maximal steigen kann. Veränderungen des Zahlbeitrages kann es geben, wenn die Überschüsse des Anbieters in dem Tarif steigen (führt zu: Senkung Zahlbeitrag) oder zurückgehen (führt zu: Steigerung des Zahlbeitrages). Der Zahlbeitrag war bei den meisten Versicherungen über viele Jahre und Jahrzehnte annähernd konstant, weil die meisten Berufsunfähigkeitsversicherungen angemessen kalkuliert waren. Die Tabellen zeigen eigentlich recht deutlich, warum wir keine pauschale Antwort auf die Frage “Was kostet mich eine BU?” geben können. Die Preisspanne liegt hier zwischen 42 Euro und 62 Euro. Außerdem sind wir davon ausgegangen, dass wir einen vollständig gesunden Kunden im Alter von 23 Jahren haben. Bist du jünger oder älter oder kommt ggfs. ein Risikozuschlag dazu, gibt es wieder Abweichungen. Wenn du dein individuelles Angebot haben möchtest, dann melde dich gerne jederzeit bei uns oder buche dir gleich dein persönliches Kennenlerngespräch – online oder im Büro

Die Starter-BU für Medizinstudenten

Sehr viele Anbieter am Markt werben mit den sogenannten Starter-BUs (auch Young Tarife, Einsteiger- oder Smart-Tarife genannt) für junge Menschen, insbesondere Medizinstudierende. Das Prinzip dahinter: Für die ersten paar Jahre der BU-Laufzeit, in der Regel abgestimmt auf die Dauer des Studiums, zahlst du einen stark vergünstigen Beitrag für deine BU-Rente. Später, mit dem Berufsstart und steigendem Einkommen, erhöht sich dein Beitrag entsprechend.

Das sieht auf den ersten Blick für viele Studierende mit geringem oder gar keinem Einkommen sehr attraktiv aus. Hat aber in den allermeisten Fällen langfristig mehr Nachteile als Vorteile.

  • Häufig gibt es für die Start-Phase keine Beitragsdynamik.
  • Die Erhöhungsmöglichkeiten über die Nachversicherungsgarantie sind ebenfalls begrenzt.
  • Nicht jeder Starter-Tarif wird automatisch in den Normaltarif überführt. Verpasst du die Frist, hast du Pech gehabt. 
  • Nicht jeder Wechsel in den Normaltarif findet ohne Risikoprüfung statt. Manche Anbieter können nach Hobbys, Beruf, Rauchverhalten oder BMI fragen. 

Starter-BU langfristig teurer

Kommen wir nun aber zum wichtigsten Haken an den Einsteigertarifen in der BU. Schließlich war die Intention bei Abschluss eines solchen Vertrages ja das Geld sparen. Diesen Zahn müssen wir dir aber leider ziehen. Zwar locken die Angebote mit günstigen Beiträgen für die ersten Jahre. Aber: Die Versicherungen sind keine Wohltäter, die dir etwas schenken wollen (oder können). Ist die Start-Phase abgelaufen, greifen die Gesellschaften jetzt nämlich extra tief in deinen Geldbeutel. Das, was du in den ersten Jahren eingespart hast, möchten die Versicherer nun von dir zurück. Der worst-case: Manche wollen sogar noch mehr. 

Unterm Strich sind die Starter-Tarife über die gesamte Laufzeit gesehen teurer. Beim Abschluss eines solchen Tarifs sollte also genau abgewogen werden, ob der Vorteil der aktuell günstigeren Beiträge die gesamten genannten Nachteile überwiegt. 

Ein großer Finanzvertrieb hat einen ganz besonderen Trick auf Lager und hofft, dass möglichst niemand dahinter kommt. Hier bleibt der Beitrag über die Laufzeit nämlich stabil, d. h. nach Ablauf der Startphase zahlst du weiterhin deinen niedrigen Beitrag. Dafür wird aber die vereinbarte BU-Rente im Leistungsfall gekürzt. Also, kurz gesagt: Beitrag stabil, Rente runter. Fragwürdig ist, ob dieses Vorgehen beim Kunden auffällt oder ob der Vertrag zum Berufsstart unverändert beibehalten wird. Das große Risiko ist dann die Unterversicherung. Zum Arbeitsbeginn sollte deine BU-Rente nicht sinken sondern steigen, entsprechend deinem künftigen Einkommen. Da du mit den neuen Herausforderungen im Arbeitsalltag und allen Vorbereitungen, die für den Berufsstart so nötig sind (Approbation beantragen, Bewerbungen schreiben & Gespräche führen, Arbeitsverträge vergleichen, in vielen Fällen ein Umzug zum Arbeitsort, etc.) wahrscheinlich schon genug um die Ohren hast, ist es nicht verwunderlich, wenn dir dieses fast schon hinterlistige Vorgehen durch die Lappen geht. 

Telefonisch, persönlich oder online für dich da

Alternativ und zeitsparend ist die Online-Terminvereinbarung für eine Video-Beratung, ein Telefonat (wir rufen dich zu einer gewünschten Zeit an) oder vor Ort in Freiburg direkt hier auf dieser Seite: