Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine essenzielle Absicherung für viele Arbeitnehmer, darunter auch Ärzte. Es kann jedoch zu Auseinandersetzungen mit den Versicherern kommen, wenn es um die Auszahlung der Leistungen geht. In einem bahnbrechenden Urteil hat der Bundesgerichtshof (BGH) nun die Rechte der Berufsunfähigkeitsversicherten erheblich gestärkt. Was bedeutet das für dich? Lass uns das genauer erläutern.
Das Urteil des BGH im Detail
Der BGH hat klargestellt, dass Versicherte nicht dazu verpflichtet sind, unzumutbare Tätigkeiten anzunehmen, um arbeitsfähig zu bleiben. Genau wie du eine spezialisierte Tätigkeit in der Medizin ausübst, kannst du nicht gezwungen werden, in ein gänzlich anderes berufliches Umfeld zu wechseln. Das Urteil hebt hervor, dass die versicherte Person vor dem Erhalt einer Leistung nicht sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen muss, ihren Beruf fortzuführen.
Was bedeutet das für die Praxis?
Das Urteil bringt für dich als Versicherter einige wichtige Vorteile:
- Bessere Chancen auf Leistung: Die Chancen, die Versicherungsleistungen im Falle einer Berufsunfähigkeit zu bekommen, sind gestiegen, da die Hürden für die Ablehnung solcher Fälle durch Versicherer höher geworden sind.
- Klarheit bei der Berufswahl: Du musst keine berufsfremden Tätigkeiten annehmen, die nicht deinem bisherigen Berufsfeld entsprechen. Für Ärzte bedeutet das konkret, dass du nicht in einen völlig anderen Bereich wechseln musst, um weiterhin berufsfähig zu gelten.
- Weniger Druck von Versicherungen: Versicherer können dich nun weniger leicht dazu drängen, unzumutbare berufliche Änderungen vorzunehmen.
Was solltest du beachten?
Trotz dieses positiven Urteils bleiben einige wichtige Punkte, die du im Auge behalten solltest:
- Regelmäßige Aktualisierungen: Überprüfe regelmäßig, ob dein Versicherungsschutz noch zu deiner aktuellen beruflichen Situation passt. Eventuelle Veränderungen in deinem beruflichen Umfeld sollten in die Versicherungspolice aufgenommen werden.
- Genaue Prüfung der Versicherungsbedingungen: Achte darauf, dass deine Berufsunfähigkeitsversicherung eine klare und umfassende Definition von Berufsunfähigkeit enthält. Dies erleichtert im Ernstfall das Einfordern der Leistungen.
Informationen zum Urteil
Der Bundesgerichtshof hat also kürzlich ein wegweisendes Urteil gefällt, das die Rechte von Berufsunfähigkeitsversicherten erheblich stärkt. In diesem Fall wurde die Sachlage deutlich anders bewertet als von der Versicherung. Das Gericht stellte klar, dass die Beeinträchtigung im Beruf nicht allein anhand einzelner Tätigkeiten wie dem Einkaufen und deren zeitlichem Aufwand gemessen werden dürfe. Stattdessen sei eine Gesamtschau erforderlich, insbesondere wenn die betroffene Tätigkeit ein untrennbarer Teil des beruflichen Gesamtvorgangs ist.
Eine Hauswirtschafterin kann ohne das Tragen schwerer Einkäufe ihren Beruf nicht mehr ausüben, da sie so nicht mehr für die Mitarbeiter ihres Arbeitgebers kochen konnte – die Zutaten fehlen dann schlichtweg. Das Oberlandesgericht Stuttgart muss nun nach den Vorgaben des Bundesgerichtshofes den Grad der Berufsunfähigkeit neu festlegen und voraussichtlich höher ansetzen. Es ist somit sehr wahrscheinlich, dass die Hauswirtschafterin nun ihre BU-Rente erhält (Az.: IV ZR 535/15). Dieses Urteil bringt Klarheit und stärkt die Position der Versicherten erheblich.
Fazit
Das Urteil des BGH ist ein großer Schritt in die richtige Richtung und stärkt die Position von Berufsunfähigkeitsversicherten erheblich. Es gibt dir mehr Sicherheit und Klarheit darüber, welche Rechte du als Versicherter hast und welche Leistungen du im Ernstfall beanspruchen kannst. Wie in der Medizin, wo eine präzise Diagnose entscheidend ist, ist auch hier eine genaue Kenntnis und Anpassung der Versicherungsbedingungen essenziell.
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