Auch und gerade in Freiburg ein sehr großes Thema: Der Diebstahl von Fahrrädern hat in Deutschland ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Allein im letzten Jahr mussten Hausratversicherer eine Rekordsumme von 120 Millionen Euro für gestohlene Fahrräder auszahlen. Diese alarmierende Entwicklung zeigt, dass sowohl Fahrradbesitzer als auch Versicherer vor neuen Herausforderungen stehen.
Anstieg der Fahrraddiebstähle
Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden im Jahr 2016 insgesamt 210.000 Fahrräder als gestohlen gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders besorgniserregend ist, dass trotz dieser hohen Zahl die Dunkelziffer vermutlich noch höher liegt, da viele Diebstähle nicht gemeldet werden.
Hohe Schadenssummen belasten Versicherer
Der Durchschnittsschaden pro gestohlenem Fahrrad liegt inzwischen bei 570 EUR – ein Anstieg von 23 Prozent innerhalb der letzten fünf Jahre. Besonders teure Fahrräder, einschließlich E-Bikes und hochwertige Mountainbikes, tragen zu dieser hohen Schadenssumme bei. Der GDV gibt an, dass die Schadenssumme für gestohlene E-Bikes im Schnitt sogar bei 2.300 EUR liegt.
Regionale Unterschiede
Die Diebstahlraten und Schadenssummen variieren stark je nach Region. In Großstädten wie Berlin, Hamburg und Bremen ist das Risiko am höchsten. In Berlin wurden beispielsweise im Jahr 2016 pro 100.000 Einwohner etwa 1.000 Fahrraddiebstähle gemeldet. Im Gegensatz dazu sind ländliche Gebiete weitaus weniger betroffen.
Präventionsmaßnahmen für Fahrradbesitzer
Angesichts dieser Entwicklung empfiehlt der GDV Fahrradbesitzern dringend, präventive Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören der Einsatz hochwertiger Schlösser, das Abstellen der Fahrräder in gesicherten Bereichen und die Registrierung der Fahrräder bei der Polizei. Solche Maßnahmen können das Diebstahlrisiko erheblich vermindern.
Optimierung des Versicherungsschutzes
Für Versicherungen scheint die Entwicklung klar zu sein: Sie reagieren mit neuen Angeboten und erweiterten Leistungen. Einige Versicherer bieten mittlerweile spezielle Fahrradversicherungen an, die einen umfassenderen Schutz bieten. Auch ist es ratsam, zu prüfen, ob die bestehende Hausratversicherung ausreichenden Schutz bietet oder ob eine Anpassung notwendig ist.
Wichtig: Der Versicherer erstattet ein geklautes Bike nur, wenn es entsprechend mit einem separaten Fahrradschloss gesichert war. Ein einfaches Rahmenschloss reicht hierfür in der Regel nicht aus. Das Rad sollte an einem festen Gegenstand befestigt werden, etwa einem Radständer, einem Geländer oder einer Straßenlaterne. Das erschwert den Dieben ihr Handwerk.
Info-Box
Wichtig: Der Versicherer erstattet ein geklautes Bike nur, wenn es entsprechend mit einem separaten Fahrradschloss gesichert war. Ein einfaches Rahmenschloss reicht hierfür in der Regel nicht aus. Das Rad sollte an einem festen Gegenstand befestigt werden, etwa einem Radständer, einem Geländer oder einer Straßenlaterne. Das erschwert den Dieben ihr Handwerk.
Immer mehr Versicherer setzen auch voraus, dass die Rahmennummer polizeilich registriert wurde, damit sie bei Diebstahl einspringen. Denn oft lässt sich der ursprüngliche Besitzer eines Rades gar nicht mehr ausfindig machen, wenn die Polizei einen Dieb überführen konnte. Man weiß schlicht nicht mehr, wem das Rad gehörte. Damit der Versicherer das Rad problemlos ersetzt, sollte jeder Diebstahl bei der Polizei angezeigt werden. Hierfür empfiehlt es sich, Kaufbelege aufzubewahren und das Rad mit Fotos zu dokumentieren.
Der Versicherer kann auch verlangen, dass Sie nach Ablauf von (in der Regel) 3 Wochen eine Bescheinigung vom örtlichen Fundbüro vorlegen, dass Ihr Fahrrad auch dort nicht aufgetaucht ist.
Weiterführende Links:
- Thema: Hausratversicherung
- Thema: Privathaftpflicht
- Blog: Schadensfall Hundehaftpflichtversicherung