Ein umgestürztes Glas Wein hinterlässt einen tiefroten Fleck auf dem Designersofa deiner besten Freundin. Als Verursacher musst du für diesen und viele vergleichbare Schäden haften, und zwar mit deinem gesamten Privatvermögen. Bei kleineren Schäden hält sich das finanzielle Risiko noch in Grenzen. Aber was passiert bei größeren Unfällen, bei denen unter Umständen ein anderer Mensch langfristige Schäden davonträgt? Schützen kannst du dich vor den finanziellen Folgen durch eine Privathaftpflichtversicherung. Worauf du dabei achten solltest, erfährst du in diesem Beitrag.
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Das Wichtigste auf einen Blick
Nach § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ist jeder, der einem Dritten einen Schaden zufügt zu Schadensersatz verpflichtet. Schäden können dabei Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden im privaten Bereich sein. Gleichzeitig ist eine Privathaftpflichtversicherung auch eine Art Rechtsschutzversicherung, denn sie übernimmt nicht nur die Schadensregulierung sondern auch die Abwehr unberechtigter Ansprüche. Da du im Schadenfall mit deinem gesamten Privatvermögen haftest, ist die private Haftpflichtversicherung die wichtigste freiwillige Versicherung in Deutschland. Denn auch wenn du noch so vorsichtig durchs Leben gehst, durch eine kurze Unaufmerksamkeit kann es schnell zum Schadenfall kommen.
Dein 9-jähriger Sohn ist mit dem Fahrrad unterwegs, fährt ungünstig über einen größeren Stein und verliert die Kontrolle über sein Rad. Er schafft es nicht, rechtzeitig zu bremsen und fährt mit noch relativ hohem Tempo in ein am Straßenrand geparktes Auto. Dein Sohn ist dank Helm und einem herausragenden Schutzengel unversehrt geblieben, aber die komplette Seite des Wagens ist verbeult und zerkratzt. Sachschaden in Höhe von 7.000 €.
Du gehst an einer nahegelegenen Talsperre spazieren, es ist herrliches Wetter, die Sonne scheint. Du kommst an einem Biker-Hotspot vorbei. Die Motorräder stehen feinsäuberlich aufgereiht am Straßenrand. Da du selbst leidenschaftlicher Biker bist, schaust du dir im Vorbeigehen einige Maschinen genauer an und übersiehst dabei die Bordsteinkante. Du knickst um, fällst ungünstig und stößt dabei mehrere der geparkten Motorräder um. Sachschaden in Höhe von 12.500 €.
Nach einem stressigen Tag auf der Arbeit möchtest du am Abend noch schnell in der Stadt ein paar Erledigungen tätigen. Du merkst, dass dein Handy klingelt und suchst im Laufen in deiner Jackentasche danach. Weil du durch den Anruf abgelenkt bist, merkst du nicht, dass die Fußgängerampel vor dir inzwischen auf rot gesprungen ist und läufst einfach auf die Straße. Das herannahende Auto muss dir ausweichen, fährt dabei aber in die Traube der Wartenden auf der anderen Seite der Ampel. Ein 12-jähriger Junge wird schwer verletzt ist querschnittsgelähmt. Personenschaden in Höhe von mehreren Millionen €.
Bei Sachschäden übernimmt deine Privathaftpflichtversicherung die Kosten zur Wiederherstellung bzw. Ersatz der beschädigten Gegenstände. Darüber hinaus werden auch Kosten für Folgeschäden wie zum Beispiel einen Nutzungsausfall übernommen.
Bei Personenschäden werden neben den Bergungs- und Behandlungskosten auch der Verdienstausfall des Geschädigten übernommen. Sollte es zu langfristigen oder dauerhaften Personenschäden kommen, werden auch die Kosten für einen Umbau der Wohnung übernommen. Auch Schmerzensgelder und lebenslange Renten zahlt deine Haftpflichtversicherung.
Deine Privathaftpflichtversicherung ist aber nicht nur da, um berechtigte Forderungen zu begleichen. Sie steht dir auch im Rahmen eines passiven Rechtsschutzes zur Seite. Wenn es also zu einem Rechtsstreit mit einer Person kommt, die einen Anspruch auf Schadenersatz bei dir stellt, obwohl du keinerlei Schuld trägst, führt deine Versicherung den Prozess und trägt die anfallenden Kosten.
Mit der privaten Haftpflichtversicherung hast du grundsätzlich weltweiten Versicherungsschutz. Einige Anbieter schränken jedoch die Dauer des Aufenthalts ein. Solltest du also planen, für längere Zeit ins Ausland zu gehen, prüfe vorher unbedingt, ob deine Versicherung lange genug auch bei Schäden im Ausland leistet.
Wenn du deinen Wohnsitz für längere Zeit oder sogar dauerhaft ins Ausland verlegen möchtest, benötigst du in der Regel noch eine deutsche Meldeadresse, wenn du weiterhin über eine deutsche Privathaftpflichtversicherung geschützt sein möchtest. Erkundige dich auch hier am besten im Voraus, welche Anforderungen dein Versicherer bei Wohnsitzverlegung ins Ausland stellt.
Wer über deine Privathaftpflicht versichert ist, hängt davon ab, welchen Tarif du gewählt hast. In den Single-Tarifen bist in der Regel nur du selbst versichert. Wählst du einen Familientarif, sind neben deinem Lebenspartner/in auch deine Kinder mitversichert. Auch Au Pairs, Babysitter oder Haushaltshilfen sind im Rahmen ihrer Tätigkeit über deine Privathaftpflichtversicherung abgesichert. Wenn dein Babysitter beim Fußballspiel im Garten also aus Versehen Nachbars Fensterscheibe zerschießt, ist der Schaden über deine Haftpflichtversicherung abgedeckt.
Kinder sind solange mitversichert, wie sie zur Schule gehen, ihre erste Berufsausbildung (das kann auch ein Studium sein) machen, oder sich in der regulären Wartezeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten befinden, also z. B. zwischen Abitur und Beginn des Studiums.
Der Schutz für die Kinder endet, wenn die Ausbildung abgeschlossen ist. Auch wenn eine zweite Ausbildung in einem anderen Berufsfeld begonnen wird, erlischt der Schutz über die Familienversicherung. Eine eigene Privathaftpflicht wird dann notwendig.
Heiratet dein Kind noch während der Ausbildung erlischt der Schutz über die Familienversicherung ebenfalls. Gleiches gilt auch, wenn nach der Schule direkt in eine berufliche Tätigkeit gestartet wird oder dein Kind zur Bundeswehr geht.
Schäden, die vorsätzlich herbeigeführt worden sind, werden von keiner Haftpflichtversicherung reguliert. Für Schäden, die durch Hunde oder Pferde entstehen, gibt es spezielle Hunde- bzw. Pferdehalter-Haftpflichtversicherungen. Hier reicht der Schutz über die Privathaftpflichtversicherung nicht aus. Für Schäden durch Kleintiere (Katze, Hamster, Wellensittich & Co.) benötigst du keine zusätzliche Tierhalterhaftpflicht.
Auch für das Führen eines KFZ, Wasser- oder Luftfahrzeugs benötigst du eine spezielle Haftpflichtversicherung. Gleiches gilt für Jäger. Hier wird eine Jagdhaftpflichtversicherung benötigt.
Ausgenommen sind auch Schäden der Mitversicherten untereinander. Wenn dein Kind also deine eigene Fensterscheibe beim Kicken zerschießt, handelt es sich nicht um einen Haftpflichtschaden. Die Kosten für die Reparatur musst du also selbst tragen.
Generell ist es in der Privathaftpflicht sinnvoll einen Selbstbehalt einzurichten. Der freigewordene finanzielle Vorteile kann dann genutzt werden, um bedingungsgemäß den bestmöglichen Schutz zu erhalten. Also: lieber einen Top-Tarif mit Selbstbehalt als einen mangelhaften Tarif ohne Selbstbehalt. Dennoch solltest du vorab prüfen, ob der Versicherer deiner Wahl überhaupt eine Selbstbeteiligung anbietet und ob sich die Beitragsreduzierung im Verhältnis zu Selbstbeteiligung überhaupt lohnt.
Es gibt 2 Vorteile, wenn du dich für einen hochwertigeren Tarif mit Selbstbehalt entscheidest:
| Die Haftpflichtkasse | Einfach komplett papierlos ohne Selbstbeteiligung | Einfach komplett papierlos mit 125 €Selbstbeteiligung |
| Jahresbeitrag | 97,34 € | 58,79 € |
| Gothaer | Premium mit Best-Leistung ohne Selbstbeteiligung | Premium mit Best-Leistung mit 150 € Selbstbeteiligung |
| Jahresbeitrag | 96,82 € | 72,63 € |
Jetzt kostenfrei beraten lassen!
Der Markt an Anbietern für Privathaftpflichtversicherungen ist riesig und jeder wirbt damit, der Günstigste und der Beste zugleich zu sein. Dass diese Rechnung nicht aufgehen kann, sollte jedem klar sein – den billig ist meistens nicht gut. Um dir die Suche nach dem geeigneten Anbieter zu erleichtern, haben wir unsere Top-3 Anbieter – jeweils mit und ohne Selbstbehalt – für dich herausgesucht. Diese Anbieter haben wir aufgrund verschiedener Kriterien ausgewählt: Deckungsumfang bzw. Leistungsausschlüsse, die persönliche Erfahrung in der Antragsbearbeitung, Schadenregulierung und Erreichbarkeit und zuletzt natürlich auch der Preis.
Für den Deckungsumfang haben wir uns dabei die folgenden Mindestkriterien festgelegt:
| Die Bayerische „Prestige“ | Gothaer „Premium 2.0 mit Best- Leistungs-Garantie“ | Die Haftplichtkasse „Einfach komplett papierlos“ | |
| Deckungssumme Personen-, Sach- und Vermögensschäden | 15 Mio. € | 50 Mio. € | 70 Mio. € |
| Selbstbehalt | 150 € | 150 € | 125 € |
| Single | 50,60 € | 51,90 € | 58,79 € |
| Familie | 54,40 € | 72,63 € | 58,79 € |
| Gothaer „Premium 2.0 mit Best- Leistungs-Garantie“ | Die Haftpflichtkasse „Einfach komplett papierlos“ | NV Versicherungen „PrivatPremium 6.0“ | |
| Deckungssumme Personen-, Sach- und Vermögensschäden | 50 Mio. € | 70 Mio. € | 5 Mio. € |
| Selbstbehalt | 0 € | 0 € | 0 € |
| Single | 69,21 € | 69,38 € | 67,83 € |
| Familie | 96,82 € | 97,34 € | 94,01 € |
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