Kurz gesagt: Die Beitragsdynamik ist für Ärztinnen und Ärzte fast immer Pflicht – sie hält den BU-Schutz ohne erneute Gesundheitsprüfung mit Inflation und Karrieresprüngen Schritt. Die Leistungsdynamik (garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall) ist kein nice-to-have: Sie ist die einzige garantierte Absicherung gegen Kaufkraftverlust während eines langen BU-Bezugs – und gegen das Risiko, dass Versicherer ihre nicht garantierten Überschüsse absenken. Ob sie sich lohnt, ist eine bewusste Abwägung zwischen mehr Anfangsrente und mehr Sicherheit über die Distanz.
In der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es zwei Arten von Dynamik:
In der Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte und Ärztinnen ist v. a. die Beitragsdynamik entscheidend – aus zwei Gründen, die in den meisten Vergleichen unterschätzt werden: Inflation und die typischen Gehaltssprünge in der ärztlichen Karriere.
Die Beitragsdynamik ist eine vertraglich zugesicherte, jährliche Erhöhung der BU-Rente um einen festen Prozentsatz – üblich sind 3 % bis 5 % pro Jahr. Der Beitrag steigt entsprechend, allerdings unterproportional.
Der zentrale Mehrwert: Diese Erhöhung erfolgt ohne neue Risikoprüfung. Keine Gesundheitsfragen, keine ärztlichen Berichte, keine Risikozuschläge, keine Ausschlüsse – egal, ob in der Zwischenzeit ein Bandscheibenvorfall, eine Depression oder eine andere Diagnose dazugekommen ist.
Definition für die Praxis: Die Beitragsdynamik ist die einfachste Form der Erhöhung bestehender BU Versicherungen. Sie wirkt automatisch, jährlich und ohne medizinische Prüfung – außer der Kunde widerspricht.
Beispielvertrag: 3.000 € BU-Rente (inkl. AU + gar. Rentensteigerung), 117,56 €/Monat Beitrag, 5 % Beitragsdynamik.
| Vertragsjahr | BU-Rente | Monatsbeitrag |
|---|---|---|
| 1 | 3.000 € | 117,56 € |
| 2 | ca. 3.150 € | 123,44 € |
| 5 | ca. 3.800 € | 150,05 € |
| 10 | ca. 4.737 € | 191,50 € |
| 20 | ca. 7.110 € | 311,95 € |
Der Beitrag wächst exponentiell mit dem festen Prozentsatz, die BU-Rente etwas degressiv – also in jungen Jahren stärker, später schwächer.
Beispiel (typisch) | Preis 2000 | Preis 2025 | Gesamtsteigerung | Ø p.a. (2000–2025) |
|---|---|---|---|---|
Cappuccino (Gastro, Deutschland Ø) | ca. 2,00 € | 3,14 € | +57 % | +1,8 % p.a. |
Briefporto Standardbrief national | 0,56 € | 0,95 € | +70 % | +2,1 % p.a. |
Postkarte national | ca. 0,51 € | 0,95 € | +86 % | +2,5 % p.a. |
Döner (Beispielstadt Berlin) | ca. 1,80 € | ca. 7,00 € | +289 % | +5,6 % p.a. |
0,5 l Wasser im Restaurant | ca. 1,50 € | ca. 3,20 € | +113 % | +3,1 % p.a. |
1 l Milch (Supermarkt) | ca. 0,55 € | ca. 1,05 € | +91 % | +2,6 % p.a. |
250 g Butter (Supermarkt) | ca. 0,79 € | ca. 2,39 € | +203 % | +4,5 % p.a. |
500 g Spaghetti (Supermarkt) | ca. 0,45 € | ca. 0,99 € | +120 % | +3,2 % p.a. |
1 kWh Strom (Haushalt) | ca. 13,9 ct | ca. 39,6 ct | +184 % | +4,3 % p.a. |
1 m³ Gas (Haushalt, ~10 kWh) | ca. 0,35 € | ca. 1,11 € | +217 % | +4,7 % p.a. |
Berechnungslogik: Gesamtsteigerung = (Preis 2025 / Preis 2000) − 1. Ø p.a. = durchschnittliche jährliche Steigerung (CAGR) über 25 Jahre.
Briefporto Standardbrief: 2000 = 56 Cent (Umstellungsjahr DM/Euro); 2025 = 0,95 € (Deutsche Post/Bundesnetzagentur, ab 01.01.2025).
Postkarte: 2025 = 0,95 € (zuvor 0,70 €); Wert 2000 als Richtwert.
Cappuccino: 2025 = 3,14 € (YouGov-Erhebung, in Medien zitiert); 2000 als Gastronomie-Richtwert.
Döner (Berlin): Richtwerte aus Medienberichten/„Dönerpreis-Debatte“ – Berlin als einheitliche Stadtreferenz; um 2000 ca. 1,50–2,00 €, 2025 ca. 6,50–8,00 €.
Wasser im Restaurant (0,5 l): Gastronomie-Richtwert (regional schwankend).
Lebensmittel (Milch, Butter, Spaghetti): Durchschnittliche Verbraucherpreise (Destatis-Größenordnung); Werte sind gerundete Richtwerte.
Strom & Gas: BDEW-Strom-/Gaspreisanalysen; Strom Haushalt 2025 ≈ 39,6 ct/kWh; Gas Haushalt 2025 ≈ 11,1 ct/kWh (umgerechnet auf m³ mit ~10 kWh/m³).
Hinweis zur Genauigkeit: Bei amtlich erfassten Positionen (Porto, Strom, Gas) sind die Werte gut belegbar. Bei Gastronomie-/Streetfood-Positionen (Cappuccino, Döner, Wasser im Restaurant) handelt es sich um gerundete, plausible Richtwerte auf Basis einer konsistenten Referenz – sie eignen sich als anschauliche Beispiele, nicht als amtliche Statistik.
Mit der obigen Tabelle soll einmal verdeutlicht werden, was Inflation anhand von Beispielen konkret bedeutet. Die Inflation in Deutschland lag über die letzten 20 Jahre meist zwischen 1 % und 2,5 % pro Jahr; in den Jahren 2022 (6,9 %) und 2023 (5,9 %) deutlich darüber, 2024 wieder bei 2,2 % (Destatis). Ohne Dynamik verliert die vereinbarte BU-Rente jedes Jahr real an Kaufkraft.
Eine BU-Rente von 3.000 € heute entspricht bei nur 2 % durchschnittlicher Inflation in 25 Jahren einer realen Kaufkraft von rund 1.830 €.
Das ist der oft übersehene Faktor. Während die Allgemeinbevölkerung Reallohnsteigerungen im niedrigen einstelligen Bereich erfährt, durchläuft ein Arzt im ersten Berufsjahrzehnt mehrfach zweistellige Sprünge:
| Karrierestufe | Brutto-Grundgehalt/Monat (Vollzeit) |
|---|---|
| Assistenzarzt Jahr 1 (TV-Ärzte/VKA 2025) | ca. 5.500 – 5.700 € |
| Assistenzarzt Jahr 2 | ca. 5.800 – 6.000 € (+ ca. 6 %) |
| Facharzt (Stufe 1, nach 5–6 Jahren) | ca. 7.500 – 7.900 € |
| Oberarzt | ca. 9.500 – 11.000 € |
| Leitender Oberarzt | ca. 11.500 – 13.500 € |
| Chefarzt / Niederlassung | individuell, häufig > 15.000 € |
Quellen: TV-Ärzte/VKA und TV-Ärzte/TdL 2025, siehe oeffentlicher-dienst.info. Werte vor Zulagen, Bereitschafts- und Rufdiensten.
Vom ersten Assistenzarztjahr bis zum Oberarzt verdoppelt sich das Bruttogehalt typischerweise innerhalb von 8–12 Jahren. Eine Beitragsdynamik von 5 % gleicht das nicht vollständig aus, deckt aber den größten Teil ab. Niedrigere Dynamiksätze (2–3 %) sind für Ärzte strukturell zu wenig – in Kombination mit einer Nachversicherungsgarantie wird daraus ein wirksames Gesamtkonzept.
Mehr dazu in unserem Artikel zur Nachversicherungsgarantie in der BU.
Die Erhöhung der BU-Rente pro Dynamikschritt ist über die Jahre degressiv: Mit jedem Vertragsjahr werden weniger Beitragsjahre für die „teuren“ Altersgruppen 50+ angespart – dort sitzen die meisten Leistungsfälle. Deshalb gilt:
Faustregel: In den ersten 15–20 Vertragsjahren konsequent jede Dynamik annehmen. Danach individuell prüfen, vor allem wenn parallel Vermögen aufgebaut wurde.
In der Praxis wird die Beitragsdynamik fast nur am Widerspruchsrecht festgemacht. Das greift zu kurz. Eine Dynamikklausel hat in modernen Bedingungswerken vier relevante Stellschrauben, die sich zwischen den Top-Anbietern teils erheblich unterscheiden:
Faktor | Worauf achten? | „Gut“ bedeutet … |
Widerspruchsregelung | Wie oft kann ich pausieren, ohne das Recht zu verlieren? | Beliebig oft (Alte Leipziger, Allianz, LV 1871, Baloise) |
Dynamik-Endalter | Bis wann sind Erhöhungen überhaupt möglich? | Bis kurz vor Vertrags-Endalter, keine starre Altersgrenze deutlich davor |
Höchstrente | Gibt es einen Deckel? Pro Erhöhung und absolut? | Hohe absolute Obergrenze für Ärzte, transparent im Versicherungsschein |
Bedarfsprüfung | Wird die finanzielle Angemessenheit aktiv geprüft? | Passive Prüfung erst ab Obergrenze; falls aktiv, einfache jährliche Bestätigung |
Hier hat sich der Markt in den letzten Jahren deutlich bewegt. Der historische Marktstandard – zweimal in Folge widersprechen, beim dritten Mal hintereinander erlischt das Recht – wird zunehmend von kundenfreundlicheren Regelungen abgelöst. Aktueller Stand auf Basis der Bedingungswerke unserer Top-Anbieter:
Anbieter | Bedingungsstand | Widersprüche in Folge ohne Verlust des Rechts | Quelle |
Allianz (Tarif SBV) | 06/2025 | Beliebig oft aussetzbar – „ohne Angabe von Gründen die Erhöhung beliebig oft aussetzen“ | Allianz Bedingungen E356, Abänderung SBV7 Abs. (5) |
Alte Leipziger | 01/2026 | Beliebig oft aussetzbar – „Sie können den Erhöhungen beliebig oft widersprechen.“ | AL Zusatzbedingungen Dynamik, Abs. (4) |
Baloise | 01/2026 | Beliebig oft aussetzbar | Baloise AVB §27 |
Bayerische (BU Protect, Tarif 26L14) | 09/2025 | 3-mal in Folge – nach drei entfallenen Erhöhungen in Folge keine weitere; Wiedereinstieg über schriftliche Mitteilung möglich, dann erneut Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung | Bayerische BU Protect Dynamik §5 Abs. 3 |
Deutsche Ärzteversicherung (DÄV) | 04/2026 | Beliebig oft aussetzbar – „können den dynamischen Anpassungen beliebig oft und ohne Angabe von Gründen widersprechen“ | DÄV Bedingungen für die Dynamik (DLVSBV-3-2026), Abschnitt 5 |
Gothaer (BU Premium) | 10/2025 | Beliebig oft aussetzbar – „Auch wenn Sie mehrmals auf eine Erhöhung verzichten, erlischt ihr Recht auf dynamische Erhöhungen nicht.“ | Gothaer AVB §16 Abs. (7) |
HDI | 09/2019 | Beliebig oft aussetzbar | HDI Bedingungen BU |
LV 1871 (Golden BU / PiB) | 04/2026 | Beliebig oft aussetzbar – „Der Dynamik kann beliebig oft widersprochen werden.“ | LV 1871 PiB / AVB-SBU Golden |
Nürnberger (Komfort-Schutz) | 01/2025 | Kundenfreundlich, mehrfacher Widerspruch ohne Verlust des Rechts | Nürnberger AVB GN331022_202501 |
Marktstandard (viele weitere Versicherer) | – | 2-mal in Folge, beim 3. Widerspruch in Folge erlischt das Recht | – |
Praktische Konsequenz: Anbieter mit unbegrenztem Widerspruchsrecht (Allianz, Alte Leipziger, Baloise, Barmenia, DÄV, Gothaer, HDI, LV 1871, Nürnberger) sind in dieser Disziplin deutlich kundenfreundlicher. Gerade Ärztinnen und Ärzte, die in Elternzeit oder Teilzeitphasen kurz pausieren möchten, profitieren spürbar davon.
Viele Tarife stoppen die Dynamik bereits Jahre vor dem regulären Vertragsende. Das ist wichtig, weil ein Vertrag bis Endalter 67 nicht automatisch Dynamik bis 67 bedeutet.
Beratungshinweis: Im Tarifvergleich nicht nur das Vertrags-Endalter, sondern explizit das Dynamik-Endalter abklopfen. Bei Ärzten mit langer Restlaufzeit ist ein hohes Dynamik-Endalter werthaltig. In dem Punkt sind LV 1871 und Barmenia Gothaer die Referenz – bei beiden läuft die Dynamik bis zum Ende der Vertragslaufzeit. D.h., ein bis zum 67. Lebensjahr abgeschlossener Vertrag, kann letztmalig mit 66 nochmals ohne Gesundheitsprüfung per Beitragsdynamik erhöht werden.
Versicherer setzen für die durch Dynamik (und Nachversicherung) erreichbare BU-Rente regelmäßig Obergrenzen. Diese stehen oft nicht prominent in den AVB, sondern in den Annahmerichtlinien und im Versicherungsschein. Typische Mechanismen:
Beratungshinweis: Die Obergrenze ist für junge Ärzte heute fast nie limitierend – aber nach 15–20 Jahren Dynamik plus mehreren Karrieresprüngen sehr wohl. Wer früh Verträge bei Anbietern mit niedrigen pauschalen Obergrenzen abschließt, kann später an einen Deckel stoßen.
Hier zeigt sich der größte Unterschied zwischen den Tarifen – und ein häufig übersehenes Risiko für Ärzte mit hohem Einkommen.
Allianz (Tarif SBV, Stand 06/2025) – die strikteste Variante: Die Allianz prüft jedes Jahr aktiv die 70-%-Schwelle (BU-Rente darf max. 70 % des Bruttoarbeitseinkommens im letzten Kalenderjahr betragen) und führt die Dynamik nur nach Bestätigung durch. Renten aus gesetzlicher Rentenversicherung und Versorgungswerk zählen nicht mit – wichtig für Ärzte.
Alte Leipziger (Stand 01/2026) – kundenfreundlicher: Prüfung der Angemessenheit erst ab Überschreiten der im Versicherungsschein genannten Obergrenze. Bis dahin: keine aktive Bedarfsprüfung pro Jahr.
LV 1871 (PiB / Golden BU, Stand 04/2026): Bei der Dynamik selbst „ohne Angabe von Gründen“ widerrufbar; eine finanzielle Angemessenheitsprüfung findet primär im Rahmen der Nachversicherungsgarantie statt – nicht jährlich bei der Dynamik.
Beratungshinweis für Ärzte: Die aktive Bedarfsprüfung der Allianz kann bei Teilzeit, Elternzeit oder atypischen Einkommensjahren zum Stolperstein werden. Wer in solchen Phasen die Bestätigung nicht zurücksendet, bekommt die Dynamik nicht ausgeführt.
| Faktor | Worauf achten? | „Gut“ sieht aus wie … |
|---|---|---|
| Widerspruchsregelung | Wie oft kann ich pausieren, ohne das Recht zu verlieren? | Beliebig oft (Alte Leipziger, Allianz, LV 1871, Baloise) |
| Dynamik-Endalter | Bis wann sind Erhöhungen überhaupt möglich? | Bis kurz vor Vertrags-Endalter, keine starre Altersgrenze deutlich davor |
| Höchstrente | Gibt es einen Deckel? Pro Erhöhung und absolut? | Hohe absolute Obergrenze für Ärzte, transparent im Versicherungsschein |
| Bedarfsprüfung | Wird die finanzielle Angemessenheit aktiv geprüft? | Passive Prüfung erst ab Obergrenze; falls aktiv, einfache jährliche Bestätigung |
Zwei Punkte werden bei der Auslegung der Dynamik regelmäßig vergessen:
Von der vereinbarten BU-Rente gehen ab:
Mehr dazu: Wie viel wird von der BU-Rente abgezogen? · BU mit Altersvorsorge kombinieren – Finger weg!
Ein Assistenzarzt mit 5.700 EUR Brutto zahlt ca. 1.060 EUR/Monat an das ärztliche Versorgungswerk (Arbeitgeber- + Arbeitnehmeranteil). Dieser komplette Aufbau Altersvorsorge bricht im BU-Fall weg. Eine ausreichend hohe BU-Rente – idealerweise inklusive Bausteinen, die parallel Altersvorsorge weiterfinanzieren – ist deshalb für Ärzte besonders kritisch.
Die Leistungsdynamik – häufig auch garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall genannt – wirkt erst, wenn die BU-Rente bereits fließt. Sie erhöht die laufende Zahlung jährlich um einen vertraglich garantierten Prozentsatz (typisch 1 %, 2 % oder 3 %), unabhängig davon, wie der Versicherer wirtschaftlich dasteht.
Viele Beratungen tun die garantierte Leistungsdynamik als überflüssig ab, weil Tarife meist eine nicht garantierte jährliche Rentensteigerung aus Überschüssen vorsehen. Die Praxis der letzten Jahre zeigt: Diese Überschüsse sind volatil – und können drastisch abgesenkt werden.
Einzelne Anbieter haben ihre Überschusssätze für Leistungsempfänger in der Vergangenheit massiv reduziert, teilweise auf 0 % (z. B. Canada Life bietet generell keine Überschüsse). Auch bei klassischen Anbietern wie Hannoversche und Swiss Life kam es zu signifikanten Absenkungen. Für einen Leistungsempfänger, der über 20–30 Jahre auf die BU-Rente angewiesen ist, bedeutet das einen massiven realen Kaufkraftverlust.
Wichtig zu wissen: Die ausgewiesenen Überschusssätze gelten immer für das Neugeschäft des jeweiligen Jahres. Ein vor 10 Jahren abgeschlossener Vertrag kann heute mit einer Steigerung von 0,5 % laufen, während derselbe Versicherer im Neugeschäft 2,5 % ausweist.
| Gesellschaft | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 |
|---|---|---|---|---|---|
| Allianz | 2,35 % | 2,50 % | 2,70 % | 1,95 % | 1,95 % |
| Alte Leipziger | 1,98 % | 1,98 % | 2,08 % | 1,33 % | 1,48 % |
| AXA | 2,10 % | 2,10 % | 2,10 % | 1,75 % | 1,75 % |
| Baloise (vorm. Basler) | 1,75 % | 1,75 % | 2,00 % | 1,25 % | 1,25 % |
| Bayerische | 2,25 % | 2,45 % | 2,75 % | 2,00 % | 2,00 % |
| Canada Life | 0,00 % | 0,00 % | 0,00 % | 0,00 % | 0,00 % |
| Condor | 0,55 % | 1,35 % | 1,60 % | 0,95 % | 0,95 % |
| Continentale | 1,20 % | 2,05 % | 2,35 % | 1,60 % | 1,60 % |
| Generali (vorm. AachenMünchener) | 0,65 % | 0,65 % | 1,50 % | 1,50 % | 1,85 % |
| Gothaer | 1,87 % | 2,00 % | – | 1,25 % | 1,25 % |
| Hannoversche | – | – | 2,00 % | 1,70 % | 1,70 % |
| HanseMerkur | 1,75 % | 1,75 % | – | 1,00 % | 1,00 % |
| HDI | 2,15 % | 2,15 % | 2,85 % | 2,10 % | 2,10 % |
| LV 1871 | 2,55 % | 2,55 % | 2,60 % | 1,85 % | 2,00 % |
| Nürnberger | 2,10 % | 2,10 % | 2,60 % | 2,05 % | 2,05 % |
| Signal Iduna | 1,40 % | 2,25 % | 2,35 % | 1,75 % | 1,75 % |
| Stuttgarter | 1,45 % | 1,45 % | 1,75 % | 1,00 % | 1,40 % |
| Swiss Life (Branchenmodell) | 1,70 % | 1,75 % | 1,00 % | 1,13 % | – |
| Volkswohl Bund | 2,00 % | 2,35 % | 2,55 % | 1,80 % | 1,80 % |
| Württembergische | – | 2,17 % | 2,53 % | 1,78 % | 1,78 % |
| Zurich | 1,55 % | 1,55 % | 1,55 % | 1,00 % | 1,00 % |
Stand: Neugeschäftssätze gemäß Anbieter-Veröffentlichungen. Werte für Bestandsverträge können deutlich abweichen.
Auffällig: Quer durch den Markt sind die Sätze 2025/2026 gegenüber 2024 spürbar gefallen – obwohl die Inflation in den Jahren davor hoch war.
Ein Arzt, 32 Jahre, mit Budget für 100 €/Monat BU-Beitrag steht vor der Wahl:
| Variante | Anfangsrente | Rente nach 10 J. BU | Rente nach 25 J. BU |
|---|---|---|---|
| A: Höhere BU-Rente, ohne garantierte Leistungsdynamik (nur Überschüsse, ⌀ 1,5 %) | 3.000 € | ca. 3.480 € | ca. 4.350 € |
| B: Etwas niedrigere BU-Rente + garantierte 2 % Leistungsdynamik | 2.800 € | ca. 3.413 € | ca. 4.594 € |
| C: Variante B, Überschüsse brechen auf 0,5 % ein (Negativszenario) | 2.800 € (A: 3.000 €) | A: 3.155 € / B: 3.413 € | A: 3.400 € / B: 4.594 € |
Kurze BU-Fälle (1–5 Jahre): Variante A liefert mehr Geld. Die ersten Jahre sind statistisch die häufigsten und oft auch die belastendsten.
Lange BU-Fälle (15+ Jahre): Variante B zieht davon – und ist garantiert, während A vom Wohlwollen des Versicherers abhängt.
Im Negativszenario (Variante C) bleibt B planbar; A fällt real deutlich zurück. Es ist eine bewusste Entscheidung zwischen „mehr Geld früh“ und „garantiert mehr Geld spät“.
Manche Ärzte überlegen, wegen vorhandener Reserven auf eine (volle) BU oder die Dynamik zu verzichten. Drei häufige Trugschlüsse:
Mehr: BU Teilzeitklausel · Höhe der BU-Rente
| Lebensphase | Empfohlene Beitragsdynamik | Begründung |
|---|---|---|
| Medizinstudium / PJ | 3–5 % | Geringer Startbeitrag, große Karriereperspektive |
| Assistenzarztzeit | 5 % | Größte Gehaltssprünge, junges Eintrittsalter macht Erhöhungen günstig |
| Facharzt | 3–5 % | Je nach Karrierepfad und Restlaufzeit |
| Oberarzt / Niederlassung | 3 %, dann selektiv | Vermögensaufbau übernimmt zunehmend Absicherungsfunktion |
| Ab Alter 55+ | 0–3 % oder Widerspruch | Beitragssteigerung verschlechtert sich gegenüber Leistungssteigerung |
Daumenregel: Hohe Dynamik früh, gezielter Widerspruch spät – ergänzt durch Nachversicherungsgarantien zu den großen Lebensereignissen.
Sie erhöht jährlich die BU-Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung. Damit hält der Schutz Schritt mit Inflation und steigenden Einkommen. Letzteres ist entscheidend, auch wegen arzttypischer Karrieresprünge.
Für Berufseinsteiger und Assistenzärzte sind 5 % empfehlenswert, weil das Gehalt jährlich um vergleichbare oder höhere Prozentsätze steigt.
Ja. Marktstandard sind zwei aufeinanderfolgende Widersprüche, danach erlischt das Recht. Bei Alte Leipziger, LV 1871, Allianz, HDI und weiteren gibt es deutlich großzügigere Regelungen mit unbegrenztem Widerspruchsrecht.
Eine Erhöhung der BU-Rente ist dann nur über eine neue Risikoprüfung oder eine vereinbarte Nachversicherungsgarantie möglich.
Für Ärzte mit langer Restlaufzeit bis Rentenbeginn: meistens ja. Die garantierte Leistungsdynamik (häufig 2 %) schützt im Leistungsfall vor Kaufkraftverlust und vor Überschussabsenkungen. Alternative bei knappem Budget: höhere Startrente plus Anbieter mit historisch stabilen Überschüssen.
Die Dynamik wirkt automatisch jährlich mit festem Prozentsatz. Die Nachversicherungsgarantie ist eine Erhöhungsoption bei definierten Lebensereignissen (Heirat, Geburt, Approbation, Facharzt, Niederlassung) – beides ergänzt sich ideal.
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Über den Autor
Michael Schreiber
Gründer von DOC Supporter · Versicherungsmakler & Finanzanlagenfachmann
Michael Schreiber ist Gründer von DOC Supporter und Autor zahlreicher Fachbeiträge zur Absicherung von Ärztinnen und Ärzten. Seit 2006 berät er als Versicherungsmakler und Finanzanlagenfachmann - fachlich fundiert durch sein BWL-Studium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, vor allem aber mit dem Anspruch, Medizinern ehrliche, unabhängige Orientierung zu geben. Sein Antrieb: Beratung, die wirklich dem Kunden dient. Privat ist er begeisterter Sportler, Hörbuch-Enthusiast und Vater von drei Töchtern.